Ab dem 13. Juli wird Microsoft die Office 2019-Suite auf Mac, iPhone und iPad per Fernzugriff deaktivieren. Diese Entscheidung betrifft auch Nutzer mit unbefristeten Lizenzen, die bisher eine uneingeschränkte Nutzung ermöglichten. Unter Windows bleibt Office 2019 weiterhin funktionsfähig, erhält aber keine Sicherheitsupdates mehr.
Dieser abrupte Wandel verdeutlicht das Ende von Microsofts Kaufmodell. Wie soll man sich anpassen, wenn Software, die über offizielle Kanäle erworben wurde, plötzlich nur noch ein einfacher Reader ohne jegliche Modifikationsmöglichkeiten ist?
Microsoft: Das geplante Ende des schreibgeschützten Office 2019 auf Apple-Plattformen
Microsoft hatte angekündigt, den offiziellen Support für Office 2019 ab Oktober 2025 einzustellen. Dies bedeutet das Ende von Patches und technischem Support. Bislang konnten Nutzer ihre Dokumente noch bearbeiten. Ab Mitte Juli ist dies auf Apple-Geräten nicht mehr möglich.
Die Software wechselt in den Modus mit eingeschränkter Funktionalität. Das bedeutet, dass Dateien weiterhin angezeigt und gedruckt werden können, jedoch keine weitere Bearbeitung möglich ist. Diese Einschränkung betrifft auch Inhaber von Dauerlizenzen und unterbindet somit die normale Nutzung der Software.
Auf iPhones und iPads mit iOS 16 oder iPadOS 16 und älteren Versionen sind die Office 2019-Apps nicht mehr zugänglich. Dies ist eine drastische Maßnahme, um Nutzer zum Umstieg auf Microsoft 365 oder neuere Versionen zu bewegen.
Optionen für Mac-Nutzer, die mit dieser Ferndeaktivierung konfrontiert sind
Um uneingeschränkt weiterarbeiten zu können, stehen auf dem Mac noch einige Optionen zur Verfügung, doch keine ist völlig problemlos. Ein Abonnement von Microsoft 365 bietet zwar Kontinuität, ist aber mit wiederkehrenden Kosten verbunden, die eine Belastung darstellen können.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Office 2021-Lizenz zu erwerben, deren Support ebenfalls Ende 2026 endet, was ein neues Ablaufdatum bedeutet. Das Angebot für Office 2024 erscheint nachhaltiger, da es Support bis 2029 bietet, erfordert jedoch macOS 14 Sonoma, welches nicht mit allen Geräten kompatibel ist.
Für alle, die diese Fallstricke vermeiden möchten, erweisen sich Open-Source-Office-Suiten wie LibreOffice oder europäische Lösungen als praktikable Alternativen. Sie spiegeln eine Bewegung hin zu mehr digitaler Souveränität wider, angesichts einer starken Abhängigkeit vom geschlossenen, kostenpflichtigen Modell.
Windows: Office 2019 ist funktionsfähig, aber jetzt ohne Sicherheitsvorkehrungen; wo wird die Grenze gezogen?
Unter Windows funktioniert Office 2019 weiterhin normal. Microsoft stellt jedoch keine Sicherheitsupdates und Patches mehr bereit. Die Office-Suite ist daher anfällig für potenzielle Sicherheitslücken, die zukünftig auftreten können.
Diese Situation verdeutlicht, dass ein vernachlässigtes System ein potenzielles Sicherheitsrisiko darstellt. Unternehmen müssen ihre Office-Suite migrieren oder ändern, um ihre IT-Sicherheit zu gewährleisten.
Microsoft drängt logischerweise auf Microsoft 365-Abonnements oder neuere Office-Suiten und schafft so einen Teufelskreis der Abhängigkeit von der Cloud und kostenpflichtigen Updates.
Konsequenzen und Überlegungen: Sicherheit, Souveränität und das Wirtschaftsmodell
Diese Fernblockierung von Software, die durch einen einmaligen Kauf erworben wurde, wirft grundlegende Fragen zur Nachhaltigkeit unbefristeter Lizenzen auf. Was wird aus Rechten und Nutzungsfreiheit in einem von Abonnements dominierten Ökosystem?
Diese Situation verdeutlicht in Europa die Notwendigkeit, freien und unabhängigen Lösungen Priorität einzuräumen. Initiativen wie das Euro-Office-Konsortium, das von verschiedenen Akteuren wie Proton und Nextcloud unterstützt wird, streben danach, freie und unabhängige Alternativen anzubieten.
Im öffentlichen Sektor haben Kommunen wie Lyon bereits Tools wie OnlyOffice eingeführt und dadurch Kosten und Abhängigkeit von proprietären Softwaregiganten reduziert.
Was tun angesichts der Abschaltung von Office 2019?
- Aktualisieren Sie macOS und iOS auf Versionen über die betroffenen Versionen hinaus, um wieder uneingeschränkten Zugriff auf Office zu erhalten.
- Erwägen Sie ein Microsoft 365-Abonnement, um Kontinuität und Updates zu gewährleisten.
- Investieren Sie in Office 2024 für Mac, um von erweitertem Support zu profitieren, sofern Ihre Hardware dies zulässt.
- Erkunden Sie Open-Source-Alternativen wie LibreOffice oder souveräne europäische Lösungen.
- Für Windows ist aus Sicherheitsgründen eine schnelle Migration geplant.
Hier gibt es keine Patentlösung; jeder muss seine Prioritäten zwischen Kosten, Benutzerfreundlichkeit und IT-Unabhängigkeit abwägen.
Dieser Wandel markiert einen Wendepunkt im Management von privater und beruflicher Software. Microsofts Absicht, den Direktkauf abzuschaffen und sein Abonnementmodell zu stärken, dient als Warnung. Es geht nicht mehr nur darum, Software zu kaufen, sondern sich für ein zeitlich begrenztes Ökosystem zu entscheiden.
Was bedeutet die Umstellung auf den „Modus mit eingeschränkter Funktionalität“ für Office 2019?
Die Software erlaubt weder das Ändern, Speichern noch das Erstellen von Dokumenten; nur noch das Anzeigen und Drucken ist möglich.
Warum deaktiviert Microsoft Office 2019 per Fernzugriff?
Um die Nutzer zum Wechsel auf neuere, abonnementbasierte Angebote zu animieren, die Updates und Support garantieren.
Was ist, wenn mein Mac macOS 14 Sonoma nicht unterstützt?
Sie können Microsoft 365 über den Browser nutzen oder auf Open-Source-Office-Suiten zurückgreifen, die an Ihre Hardware angepasst sind.
Wird Office 2019 nach dem 13. Juli 2026 noch unter Windows nutzbar sein?
Ja, aber ohne Sicherheitsupdates ist Ihr System Sicherheitslücken ausgesetzt. Eine schnelle Migration wird empfohlen.
Gibt es kostenlose Alternativen zu Office 2019?
Ja, LibreOffice, OnlyOffice oder europäische Office-Suiten wie EuroOffice stellen solide und kostenlose Optionen dar.
Quelle: www.lesnumeriques.com