Die arm64-Version von Google Chrome ist endlich für Linux erschienen – eine Entwicklung, die insbesondere für Nutzer von Raspberry Pi und ähnlichen Architekturen interessant sein dürfte. Diese neue Version bietet eine lang erwartete Funktion: native Unterstützung für Widevine, unerlässlich für Streaming-Plattformen. Dieser wichtige Schritt unterstreicht Googles verstärktes Engagement für Open Source und alternative Ökosysteme.
Chromium bot zwar traditionell eine solide Grundlage, ermöglichte aber keine nahtlose Synchronisierung von Google-Konten oder den Zugriff auf DRM-Module. Die neue Version behebt diesen Mangel teilweise und verbessert das Nutzererlebnis auf arm64-Systemen. Für Online-Video-Fans unter Linux ist dies ein echter Durchbruch.
Google Chrome arm64: Eine wahre Revolution für Streaming unter Linux
Bis vor Kurzem bevorzugte die offizielle Downloadseite von Chrome das amd64-Paket, das mit ARM-basierten Geräten wie dem Raspberry Pi inkompatibel ist. Durch einfaches Ändern der URL und Ersetzen von „amd64“ durch „arm64“ lässt sich nun ein .deb-Paket beziehen, das sich problemlos über apt installieren lässt.
Der hier angebotene Browser ist Chrome 150 aus dem stabilen Kanal. Das ist eine hervorragende Gelegenheit, den alten Raspberry Pi 5 vom Dachboden zu holen, denn obwohl Chromium keine integrierte Google-Kontosynchronisierung bietet, ermöglicht diese Version genau diesen Komfort. Für Linux-Systemadministratoren ist es, als würden sie ihren bescheidenen Rechnern neues Leben einhauchen und sie mit allen Top-Funktionen von Chrome ausstatten.
Widevine: Der Schlüssel zu DRM endlich nativ auf ARM64
Widevine, diese Technologie zur digitalen Rechteverwaltung, ist unerlässlich, um den Zugriff auf geschützte Inhalte auf Netflix, Disney+ oder Amazon Prime Video zu ermöglichen. Bisher war die Integration auf ARM64-Systemen eher provisorisch und oft umständlich aus ChromeOS extrahiert. Nun stellt Google ein nativ für aarch64 kompiliertes Modul bereit, das unter /opt/google/chrome/WidevineCdm/_platform_specific/linux_arm64/ installiert wird.
Es ist vergleichbar mit dem Schmieren eines Motors vor der Demontage: Eine saubere Konstruktion gewährleistet höhere Stabilität und Leistung. Daher hebt sich diese Chrome-Version von abgeleiteten Browsern ab, die diese exklusive DRM-Kompatibilität nicht bieten können.
Trotz erheblicher technischer Fortschritte bestehen weiterhin Einschränkungen.
Die Widevine-Integration bietet jedoch nicht alle Möglichkeiten. Google wendet unter Linux die Sicherheitsbeschränkung „Software Secure“ an. Dies begrenzt die Videoauflösung auf etwa 720p oder 1080p. 4K-Wiedergabe und HDR sind aufgrund des Fehlens einer TEE-Umgebung (einer sicheren Hardware-Ausführungsumgebung) auf diesen Rechnern weiterhin nicht möglich.
Diese Einschränkung betrifft nicht nur den Raspberry Pi, sondern auch Linux-PCs mit Intel- oder AMD-Prozessoren. Tests der 2K-YouTube-Wiedergabe auf einem Raspberry Pi 5 lieferten gute Ergebnisse, selbst ohne dedizierte Hardware-Dekodierung. Die Leistung war stabil und deutlich besser als die von Firefox Snap auf derselben Konfiguration.
Die von Google nicht hervorgehobenen Versprechen
Im Zuge der Ankündigungen versprach Google eine Chrome-Version für arm64 inklusive Google Pay, verbessertem Safe Browsing und Funktionen im Zusammenhang mit Gemini. Diese stabile Version ist seit einigen Monaten verfügbar, wird aber weiterhin nicht offiziell von Google beworben.
Die Portierung richtet sich eindeutig an Raspberry-Pi-Fans und Nutzer von Snapdragon-PCs. Der Browser läuft flüssiger und zuverlässiger und ermöglicht so neue Einsatzmöglichkeiten für leistungsschwache Geräte mit einem vollwertigen Chrome-Erlebnis.
Wie installiere ich Google Chrome arm64 auf einem Raspberry Pi?
Ändern Sie einfach die Download-URL, indem Sie „amd64“ durch „arm64“ ersetzen, um das .deb-Paket herunterzuladen. Installieren Sie es anschließend mit apt, wodurch das Google-Repository für Updates hinzugefügt wird.
Ermöglicht Widevine die 4K-Wiedergabe unter Linux ARM64?
Nein, die Wiedergabe ist hauptsächlich aufgrund des Fehlens von TEE, einer sicheren Hardware-Ausführungsumgebung, auf 720p oder 1080p beschränkt. Dies begrenzt die maximale Auflösung, selbst wenn das Video kompatibel ist.
Chromium unterstützt die Google-Synchronisierung nicht. Was ändert sich mit Chrome arm64?
Chrome arm64 bietet eine native Synchronisierung von Google-Konten, einschließlich Passwörtern, Erweiterungen und Lesezeichen, was Chromium standardmäßig nicht bietet.
Ist diese Version von Chrome für arm64 stabil?
Ja, es basiert auf dem stabilen Kanal und bietet native Kompilierung für ARM64, wodurch Stabilität und eine gute Leistung gewährleistet werden.
Warum wird Chrome arm64 nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt?
Trotz seiner Existenz gibt sich Google bezüglich dieser Portierung weiterhin zurückhaltend, vermutlich um sich auf zukünftige Verbesserungen oder gezielte Anwendungen wie Raspberry Pi und Snapdragon-Prozessoren zu konzentrieren.
Quelle: www.clubic.com